Schmerz und sexuelle Lust — Gegensätze oder ein „süßes Paar“?
“?

Der Zusammenhang zwischen Schmerz und sexuellem Vergnügen ist für viele Schriftsteller und Künstler eine Inspirationsquelle. 1954 erschien in Frankreich der erotische Roman „Die Geschichte der Anne Serrois“, der im In- und Ausland großes Aufsehen erregte. Sein Hauptthema war BDSM-Sex. Vor nicht allzu langer Zeit verkaufte sich die Serie „50 Shades of Grey“ weltweit millionenfach.
Inhalt des Artikels:
Trotz der Beliebtheit dieses Themas ist der Prozess des Zufügens von Schmerz aus Vergnügen oft von Geheimhaltung und allen möglichen Vorurteilen geprägt. Und wer es irgendwie schafft, BDSM zu praktizieren, muss mit Ablehnung und Verurteilung rechnen.
Was genau passiert, wenn eine Person beim sexuellen Vorspiel oder Geschlechtsverkehr Freude am Schmerz empfindet?
Ein Moment des gesunden Menschenverstandes
Zunächst muss eine wichtige Warnung ausgesprochen werden. Wenn eine Person selbst kein Interesse daran hat, beim Sex geringfügige schmerzhafte Empfindungen zu erleben, hat niemand das Recht, sie dazu zu zwingen. Und wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen beim Geschlechtsverkehr Beschwerden verspüren, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt konsultieren. Vaginismus, Verletzungen oder Infektionen der Vagina, des Penis oder der Hoden sind wichtige Gründe, einen Spezialisten aufzusuchen.
Körperlicher Schmerz als Quelle der Lust
Dies ist zumindest eine Erklärung dafür, warum Schmerz und Vergnügen so eng miteinander verbunden sind. Sowohl schmerzhafte als auch angenehme Empfindungen aktivieren die gleichen neuronalen Mechanismen im Gehirn. Daher können völlig gesunde Menschen danach streben, schmerzhafte Empfindungen (meistens von sehr geringer Intensität) zu erleben, um das sexuelle Vergnügen zu steigern.
Aber wie kann Schmerz angenehm sein? Tatsächlich fungiert es der Evolutionstheorie zufolge für Menschen und andere Säugetiere vor allem als Warnsystem. Schmerz weist auf eine körperliche Bedrohung hin. Wenn ein Kind beispielsweise durch das Berühren eines Tellers beleidigt ist, wird es beim nächsten Mal, wenn es beleidigt ist, Angst haben, sich dem Feuer zu nähern.
Lesen Sie auch: BDSM-Kultur: süßer Schmerz und unvergessliches Vergnügen
Freundinnen treffen sich zum Abendtee, um die vergangene Woche zu besprechen und Geschichten über Männer auszutauschen. Nach und nach kommen wir zum Thema Liebe und.
Neurophysiologische Grundlagen
Paradoxerweise sind die Mechanismen von Lust und Schmerz in unserem Gehirn jedoch identisch. Dieses Empfindungspaar ist mit der Interaktion des Dopamin- und Opioidsystems des Gehirns verbunden. Diese Bereiche regulieren die Produktion spezieller Neurotransmitter. Sie üben Verhaltensweisen aus, die mit Belohnung und Motivation verbunden sind, wie etwa Essen, Trinken und Sex.

Aus hirnphysiologischer Sicht aktivieren Schmerz und Lust die benachbarten Kerne und die Amygdala. Sie sind direkt am Belohnungssystem beteiligt und regulieren das Motivationsverhalten.
Süßes Paar nach Ostern
Psychologische Seite des Problems. Zur Rolle des Kontexts in der subjektiven Schmerzwahrnehmung
Es gibt auch komplexe psychologische Gründe, warum Menschen Freude am Schmerz suchen. Erstens hängt es stark vom Kontext ab, ob sie es als angenehmes Gefühl wahrnimmt. Wenn ein Mensch beispielsweise den Drang verspürt, sich mit einem Messer zu schneiden, verursacht dies immer unangenehme und schmerzhafte Empfindungen. Von Vergnügen kann hier keine Rede sein.
Wenn eine Person jedoch in einem positiven emotionalen Kontext körperliche Schmerzen verspürt, beispielsweise beim Sex mit einer geliebten Person, lässt das Schmerzempfinden nach. Seltsamerweise können sich Schmerzen beim Sex positiv auf die Psyche auswirken und die psycho-emotionale Verbindung zwischen Partnern stärken. In zwei im Jahr 2009 durchgeführten Studien erlebten Menschen, die erotisches BDSM-Spiel praktizierten, ein gesteigertes Verbundenheitsgefühl und größeres Vertrauen zu ihren Partnern. Darüber hinaus waren diese Eigenschaften sowohl für den „Untergebenen“ (Untergebenen) als auch für den „Chef“ (Dominant) charakteristisch.

Der Wunsch, der Realität zu entfliehen und die Vorteile von BDSM zu nutzen
Die Flucht vor der Realität ist ein weiterer Grund, sich auf grobe BDSM-Spiele einzulassen. Im American Journal of Sexuality Research heißt es: „Auf diese Weise kann eine Person vorübergehend ihre belastenden Pflichten vergessen und psychologische Befreiung erfahren.“
Wenn Sie sich also dazu entschließen, sich ein wenig vom traditionellen „Vanilla“-Sex zu entfernen und andere Formen der Intimität auszuprobieren, ist dies nichts Ungewöhnliches. Sie müssen lediglich auf Ihre eigene Sicherheit achten und darauf, dass Sie diese Art von Sex wirklich genießen.





