„Feuchte Träume“: Auch Frauen erleben nächtliche Orgasmen
Viele Menschen denken, dass viele Männer im Schlaf einen Orgasmus erleben (feuchte Träume). Und es gibt Gründe für solche Missverständnisse. Der männliche Orgasmus hat in der Sexualerziehung historisch gesehen mehr Aufmerksamkeit erhalten. Darüber hinaus gilt die männliche Sexualität als weniger kontrollierbar als die weibliche Sexualität. Bei Männern treten Orgasmus und Ejakulation fast immer gleichzeitig auf — nicht nur im Schlaf. Allerdings ist die Aussage, dass es sich beim nächtlichen Orgasmus um ein rein männliches Phänomen handele, grundsätzlich falsch. Wie die weibliche Ejakulation sind solche Phänomene gut untersucht, erklärt und längst vergessen.
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Die ersten Forschungen auf diesem Gebiet wurden von Alfred Kinsey durchgeführt. Bereits vor 60 Jahren dokumentierte er die Existenz nächtlicher Orgasmen — sie wurden bei 37 % von mehr als 5. 000 Studienteilnehmern festgestellt. Bei Frauen tritt dieses Phänomen regelmäßig drei- bis viermal im Jahr auf.
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Neuere wissenschaftliche Studien haben ähnliche Ergebnisse gezeigt. Im Jahr 1986 wurden 245 Hochschulabsolventen befragt und erneut erlebten 37 % einen Orgasmus im Schlaf. Darüber hinaus lassen diese Ergebnisse den Schluss zu, dass dieses Phänomen typisch für junge Mädchen ist. Laut der Umfrage beginnen viele Mädchen im Alter von 16 Jahren oder jünger, nächtliche Orgasmen zu erleben. Mit 18 Jahren — 58 %. Bis 21 Jahre alt — 88 %.
Zusammengenommen deuten diese Studien darauf hin, dass nächtliche Orgasmen bei Frauen recht häufig vorkommen. Forschungsergebnisse werden möglicherweise unterschätzt, da nicht alle Frauen zugeben können, dass ihnen dies passiert ist. Träume werden schnell vergessen und eine „Bestätigung“ findet sich nicht, „wie im Fall einer männlichen Infektion“. Kinseys Behauptung, dass „erotische Träume, die zum Orgasmus führen, ein Indikator für die innere weibliche Sexualität sind“, ist nicht immer gerechtfertigt. Wir können jedenfalls den Schluss ziehen, dass ein nächtlicher Orgasmus für beide Geschlechter ein völlig normales Phänomen ist.






