Geschlechterungleichheit in Pornos: Wie ernst ist sie?

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Das Internet ist eine der frühesten Ursachen für Geschlechterungleichheit. Zumindest sagen das viele Forscher und Feministinnen. Überraschenderweise gibt es zu diesem Thema kaum Forschung. Glücklicherweise liefert eine kürzlich in der Zeitschrift Sex Research veröffentlichte Studie wertvolle Einblicke in die Art und Weise, wie Sexismus in der Welt der Pornografie zum Ausdruck kommt. Wissenschaftler der Universität Amsterdam haben dieses Problem untersucht.

Inhalt des Artikels:

Hauptziel der Studie

In dieser Studie identifizierten die Forscher mehrere Fragen, die klare Antworten erfordern.

  • Wer fungiert eher als Sexualobjekt: Männer oder Frauen?
  • Wie ist die Machtverteilung zwischen Männern und Frauen in der Internetpornografie?
  • Inwieweit stellt Internetpornografie Gewalt gegen Männer und Frauen dar?

Die Analyse basierte auf den 400 beliebtesten Videos des Jahres 2013. Gleichzeitig wurden vier der beliebtesten Pornoseiten — PornHub, RedTube, YouPorn und xHamster — in den Verkauf einbezogen. Die 100 meistgesehenen Videos stammen von jeder Website. Im Durchschnitt dauerte jedes Video zwischen 16 und 17 Minuten. Das bedeutet, dass die Gesamtzeit, die für das Ansehen der beliebtesten Videos aufgewendet wurde, etwa 108 Stunden betrug. Die ganze Zeit über mussten Wissenschaftler die Videos auf Sexismus untersuchen. Bevor wir über die Ergebnisse sprechen, stellen wir fest, dass sie auf heterosexuellen Videos basieren.

Was ist der Schwerpunkt?

Im Hinblick auf die Objektivierung werden Frauen häufiger als Sexobjekte wahrgenommen als Männer. Die Werbespots konzentrierten sich insbesondere auf weibliche Genitalien und den Körper. Es wurde beobachtet, dass beim Geschlechtsverkehr das Vergnügen des Mannes im Vordergrund steht. Allerdings sprechen diese Szenen nicht von einer „Entmenschlichung“ der Frau. Tatsächlich werden Frauen mit gleicher Wahrscheinlichkeit als Initiatoren sexueller Kontakte dargestellt, und bei Nahaufnahmen sind die Gesichter von Frauen häufiger zu sehen als die von Männern.

Gibt es Raum für Gleichberechtigung?

Aus sozialer Sicht spiegelt etwa ein Drittel der ausgewählten Videos die vollständige Gleichstellung von Mann und Frau wider. Das bedeutet, dass sowohl Frauen als auch Männer häufig Führungspositionen innehatten, beispielsweise als Vorgesetzte. Dasselbe gilt für Berufe mit niedrigerem Status. Was Dominanz betrifft, zeigte in 50 % der Videos keiner der Partner offene Dominanz, während in den übrigen 50 % die Männer offen dominant auftraten. Frauen spielten in diesen Filmen also die Rolle der Untergebenen.

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Alle Erwachsenen schauen Pornografie. Manche empfinden diese Sucht als beschämend und bevorzugen es, nur verbotene Videos anzusehen. Andere…

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Szenen der Gewalt und Unterwerfung

Ist die Gleichstellung der Geschlechter erreicht?!

Gewalt kam relativ selten vor und äußerte sich oft in Ohrfeigen oder rasanten Aktionen. In vielen Fällen waren es die Männer, die die „Gewalt“ auslösten. Frauen empfanden dieses Verhalten jedoch nicht als negativ oder wirklich gewalttätig. Für beide Geschlechter fühlte es sich wie ein Spiel an. Tatsächliche Gewalt war sehr selten. Wenn Sex ohne Einwilligung stattfand, wurden beide Geschlechter gleichermaßen als Opfer dargestellt. Frauen waren häufiger sexueller Manipulation ausgesetzt.

Betrachten wir die Unterschiede zwischen Amateur- und professioneller Pornografie. Szenen mit Geschlechterungleichheit sind in Amateurpornografie deutlich häufiger. In solchen Videos initiieren Frauen viel seltener den Sex. Sie haben Sex eher, um ihren Partnern zu gefallen, als für ihr eigenes Vergnügen. In Amateurpornografie hatten Frauen mit 85 % höherer Wahrscheinlichkeit einen niedrigen sozialen Status, waren unterwürfig und wurden häufiger sexuell manipuliert.

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Diese Daten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Die Ergebnisse repräsentieren nicht die gesamte online verfügbare Pornografie. Dennoch sind sie für die Erforschung der Pornografieindustrie sehr wichtig. Sie zeigen, dass Frauen selbst in der heutigen Welt, in der so hart um Gleichberechtigung gekämpft wird, durch Pornografie Gewalt ausgesetzt sind.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich ziehen?

Insgesamt bestätigen diese Daten, dass Geschlechterungleichheit nicht nur in der Pornoindustrie, sondern auch in anderen Bereichen besteht. Allerdings spiegelt sich diese Ungleichheit nicht in allen Indikatoren wider. Während professionelle Pornografie versucht, die Rechte von Frauen und Männern in Einklang zu bringen, bietet die Amateurpornografie ein vollständigeres und realeres Bild sexueller Interaktion, wo die Rechte und Wünsche von Frauen in Frage gestellt werden. Auch dort besetzen Frauen alle gesellschaftlichen Positionen und werden als Spielzeuge zur Befriedigung der Männer dargestellt.

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Die Ergebnisse stellten jedoch sowohl Skeptiker als auch Feministinnen zufrieden. Gewalt gegen Frauen in der Pornografie ist weniger sichtbar geworden, was zweifellos auf die öffentliche Stimmung zurückzuführen ist. Vielleicht werden Frauen in 20 Jahren die dominierende Kraft in der Amateurpornografie sein.

Geschlechterungleichheit: Wie äußert sie sich?

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